
And the day came when the risk to remain tight in a bud was more painful than the risk it took to blossom.
Elizabeth Appell
Ich habe gelernt, dass man manchmal nicht den perfekten Plan braucht, sondern den Mut, wieder ins Spüren zu kommen. Mein Weg führte mich vom Bauingenieurwesen zurück zur Kreativität – und weiter zu dem, was ich heute tue: Menschen in kreativen Prozessen begleiten, mit Wertschätzung, Humor und fachlicher Tiefe.
Kreativität war dabei nie „neu“ in meinem Leben – sie war nur eine Zeit lang leise. Schon als Kind und Jugendliche hat sie mich begleitet: Ich habe geschrieben, gestaltet, ausgestellt. In der Schule gab es kleine Ausstellungen meiner Arbeiten, ich habe an kreativen Schreibwettbewerben teilgenommen – und einige davon sogar gewonnen. Dieses spielerische „Ich probiere aus und schaue, was entsteht“ war lange ganz selbstverständlich.
Dann kam das Leben dazwischen: Schule, familiäre Veränderungen, Herausforderungen, Erwartungen – und irgendwann auch die Idee, dass es etwas „Vernünftiges“ braucht. Die Kreativität verblasste, nicht weil sie weg war, sondern weil andere Dinge lauter wurden. Ich studierte Bauingenieurwesen, machte meinen Master im energieeffizienten Bauen und wurde sogar Assessorin des Baufachs. Das war solide, klar und hat mir viel gegeben: Struktur, Verantwortungsgefühl, einen wachen Blick für Systeme. Und trotzdem fehlte mir etwas.
Der Wendepunkt kam in einer gesundheitlich sehr schweren Zeit, einer der dunkelsten Phasen meines Lebens. Rückblickend war es genau dieser Moment, in dem ich verstanden habe, was dieses Zitat meint: Dass das Festhalten an alten Mustern und Glaubenssätzen irgendwann schmerzhafter werden kann als das Risiko, sich zu verändern. Ich habe wieder angefangen zu gestalten – erst vorsichtig, dann immer mutiger. Und plötzlich war da nicht nur „Kunst“ oder „Kreativität“, sondern ein Zugang zu mir selbst: zu Gefühl, innerem Wissen, Lebendigkeit.
Heute begreife ich Kreativität als Ressource – für Identität, Selbstwert, Beziehungsgestaltung und Gesundheit. Und ich liebe es, Menschen genau dabei zu begleiten: wenn sie sich wieder erlauben, neugierig zu sein. Wenn etwas in ihnen atmet. Wenn neue Perspektiven auftauchen, ohne dass alles sofort „fertig“ sein muss.
Ein Praxisfeld liegt mir besonders am Herzen: die Arbeit mit Senior:innen – und hier auch mit Menschen mit Demenz. Ich habe viele Jahre einen demenzerkrankten Familienangehörigen begleitet und später auch in der Arbeit mit anderen betroffenen Senior:innen erleben dürfen, wie wertvoll künstlerischer Ausdruck sein kann, wenn Sprache brüchig wird oder nicht mehr trägt. Manchmal entsteht über Farben, Formen, Rhythmus oder kleine kreative Rituale genau das, was so oft fehlt: Verbindung, Würde, Kontakt – und ein Moment von „Ich bin noch da“.
Genauso wichtig ist mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Ich möchte sie dabei unterstützen, im kreativen Ausdruck Halt und Stärke zu finden: resilienzfördernd, selbstwertstärkend, identitätsbildend. Wenn junge Menschen gestalten, dürfen sie ausprobieren, ohne bewertet zu werden – und entdecken oft ganz nebenbei Ressourcen, die schon in ihnen liegen. Kreativität wird dann zu einem Raum, in dem Entwicklung möglich ist: behutsam, lebendig und in ihrem eigenen Tempo.
Inzwischen arbeite ich nicht mehr als Ingenieurin. Ich bin an einer Grundschule tätig, arbeite freiberuflich als Kreativitätspädagogin und bin seit 2024 in Ausbildung zur psychoanalytischen Kunsttherapeutin – ein Feld, das ich als absolut faszinierend erlebe. Zusätzlich studiere ich Soziale Arbeit (B.A.) im Fernstudium. In Hannover bin ich in der Stadtteilkultur aktiv und leite Workshops und Kreativkurse – in Schulen ebenso wie in Senioreneinrichtungen.
Mein Ansatz ist ressourcen- und personenorientiert: wertschätzend, respektvoll und neugierig. Ich mache kreative Prozesse nachvollziehbar, zeige ihre Vielschichtigkeit und ermutige zum Forschen – ohne Druck, aber mit einem sicheren Rahmen. Ob Malen, Schreiben oder Gestalten: Kreativität kann Balance schaffen, Perspektiven öffnen, soziale Kompetenz stärken und auch präventiv wirken. Kurz: Sie tut gut.
Womit ich dir helfen kann
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Workshops & Kurse: für Einzelne, Teams, Schulen, Senior:innen – von „Ankommen im Kreativmodus“ bis „Kunst & Selbstwirksamkeit“
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Kreative Events: innerhalb der Stadtteilkultur, für Bildungseinrichtungen, für Unternehmen oder private Anlässe
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Begleitete Prozesse: behutsam, strukturiert und humorvoll – mit Raum für Tiefe
Meine Qualifikation
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Dipl.-Ing. (FH), M.Eng., Assessorin des Baufachs, Kreativitätspädagogin, Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG)
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In Ausbildung: psychoanalytische Kunsttherapie (seit 2024), Praxis/Recherche am bildASet Institut, Studium Soziale Arbeit (B.A./ Fernstudium, seit 2025)
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Aktuell: päd. Tätigkeit an einer Grundschule, freiberufliche Kreativitätspädagogin
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Praxisfelder: Stadtteilkultur Hannover, Schulen, Senioreneinrichtungen, offene Kursformate
Lust bekommen?
Wenn du dein kreatives Potenzial (wieder)entdecken möchtest – oder ein Format suchst, das Menschen niedrigschwellig abholt und fachlich trägt – dann lass uns sprechen.
Buch mich für Workshops, Kurse oder kreative Events in Hannover und Umgebung.
